Yoga hilft in diesem Leben und dem Leben nach dem Tod

Das ist ja das Schöne am Yoga, Yoga hilft einem, das Leben jetzt gut zu leben, es hilft uns, jetzt mit mehr Energie, Enthusiasmus und mit mehr Entspannung, Freude, das Leben leben zu können. Es hilft uns in ein paar Jahren vielleicht, weiterhin gesund zu sein oder auch Jahrzehnten, oder gesünder zu sein, als wir es wären, ohne Yoga. Und Yoga hilft uns, gut zu sterben. Und die Behauptung ist, Yoga hilft uns auch, eine gute Zeit zu haben nach dem Tod, dann anschließend ein gutes Leben in einem neuen Leben oder noch besser, uns gar nicht mehr neu zu inkarnieren. Darauf werde ich gleich etwas näher drauf eingehen.

– Fortsetzung folgt –

Teil 7 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Reinkarnationslehre schlüssiges philosophisches Konzept

Ich meine, Reinkarnation ist zunächst mal auf einer philosophischen Ebene das für mich schlüssigste Konzept, was nach dem Tod ist. Zum einen entspricht es verschiedenen Erfahrungen, die wir als Mensch machen. Zum anderen entspricht es einigem, was wir irgendwo intuitiv fühlen. Dass das Leben uns irgendwie lehren will, dass wir wachsen können mit dem Leben, aber wir wissen auch, dass nicht alle Menschen, wenn sie sterben, die Vollkommenheit erreicht haben und alles erlebt haben. Wir haben ein tiefes Gerechtigkeitsgefühl und denken, irgendwie sollte auch Gerechtigkeit auf der Welt herrschen, aber wir wissen, wenn wir die Welt anschauen, so gerecht geht es dort nicht zu. Wir können entweder sagen, unsere intuitive Einstellung, was sein sollte, ist alles falsch. Irgendwo vielleicht eine evolutionsbiologisch, historisch nützliche, hilfreiche Illusion, aber kein Bezug in der Wirklichkeit, oder wir können sagen, da steckt doch irgendwo eine Intuition dort hinter. Glaube an Reinkarnation in Verbindung mit Karma, kann die großen Fragen nach Schuld, nach Sühne, nach Vergebung, nach Gerechtigkeit lösen, gibt dem Menschen einen tieferen Sinn, hilft uns zum einen, dass wir uns jetzt engagieren, aber ohne die Gefahr zu haben oder ohne die Angst zu haben, wir können vergangene Fehler niemals gut machen. Hilft uns, letztlich positiv unser jetziges Leben zu sehen und in die Zukunft zu schauen.

– Fortsetzung folgt –

Teil 9 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Reinkarnation und Leben nach dem Tod – verschiedene Vorstellungen

Gut, Reinkarnation. Es ist wichtig, dass man sich beschäftigt mit der Frage: „Was könnte nach dem Tod sein?“ Die Beschäftigung mit dieser Frage ist etwas, was Menschsein an sich ausmacht. Tiere beschäftigen sich vermutlich nicht mit Tod. Tiere leben mehr oder weniger halbbewusst in der Gegenwart. Der Mensch weiß, irgendwann wird er sterben, mindestens wird der physische Körper sterben, und bewusst oder unbewusst prägt die Vorstellung, was nachher ist, das Sein hier im Jetzt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, was man sich vorstellen kann, was nach dem Tod ist. Manche Menschen denken, dass mit dem physischen Tod alles vorbei ist. Mensch ist physischer Körper, Geist ist Hirn, und letztlich Persönlichkeit ist nur, wie Nervenzellen miteinander verdrahtet sind oder eher mit den Synapsen verbunden sind und das in Verbindung mit irgendwelchen Genen. Das ist Menschsein und dann, wenn wir sterben, dann sind wir tot. Das ist so eine Vorstellung, die Menschen haben, sie ist allerdings nicht sehr weit verbreitet. Selbst in materialistischer Kultur, in der wir ja durchaus leben, glaubt nur eine kleine Minderheit daran. Irgendetwas im Menschen wehrt sich dagegen. Eine zweite Vorstellung, die Menschen haben oder hatte, ist so die Vorstellung, dass nach dem Tod es irgendwie weitergeht, aber nicht so richtig. Unbewusst denken das so einige Menschen. Wer z.B. mal die griechischen Sagen gelesen hat, da gibt es dann dieses Schattenreich. Ich weiß nicht, wer von euch das mal gelesen hat, wie irgendwann der Odysseus dann das Schattenreich besucht und da sind all die alten großen Helden und die sind dort einfach nur irgendwo zu zehn Prozent da, kann man sagen, und sie freuen sich dann, wenn der Odysseus aus dieser Welt dort hin kommt. Auf unbewusste Weise denken das so einige. Die sagen: „Ja, ganz kann es nicht zu Ende sein, aber so richtig geht es auch nicht weiter.“ Ich finde das persönlich eine grässliche Vorstellung. Und so sollte man dann noch dazu eine Ewigkeit verbringen, dort irgendwo im halbbewussten Schattenreich.

– Fortsetzung folgt –
Teil 3 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.