Karma, das Leben als Schule

Und damit sind wir bei dem zweiten Hauptthema und jetzt könnten wir weitere zweieinhalb Stunden sprechen, ich werde es aber kürzer machen. Wenn es euch sehr interessiert, könnt ihr ja eine Yogalehrer ausbildung mitmachen oder zu einem Wochenende nach Bad Meinberg oder Westerwald kommen.
Karma. Karma ist das Gesetz von Ursache und Wirkung. Das Gesetz des Karma bestimmt, welche Erfahrungen wir machen und das Gesetz des Karma bestimmt, welche Wirkungen unsere Handlungen haben. Das Gesetz des Karmas kann uns auch erklären und verdeutlichen, wie wir letztlich wachsen. Karma ist ein vielschichtiger Begriff und Karma hat die verschiedensten Ebenen. Das Gesetz des Karma, kann man vielleicht am praktischten – wenn ich jetzt nur noch eine Viertelstunde habe – sagen, Gesetz des Karmas besagt, die Welt ist eine Schule.

– Fortsetzung folgt –

Teil 73 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Abtreibung und Karma

Dann eine andere Frage, die manchmal ist, ist die Frage der Abtreibung. Was sagen Yogis dazu? Also, die Seele inkarniert sich in einem ersten Schritt im Moment der Empfängnis. Die Vollinkarnation ist der Moment der Geburt. Weshalb Yogis normalerweise sagen, man sollte nicht abtreiben. Allerdings, wer abgetrieben hat, ist jetzt nicht so, dass ihr einen bleibenden Schaden dort gemacht habt oder dass ihr verhindert habt, dass eine Seele sich inkarniert. Wenn die Seele sich nicht durch euch inkarniert, dann sucht sie sich einen anderen Mutterleib und inkarniert sich durch jemand anderes. Also, ihr habt dort keinen bleibenden Schaden zugefügt. Ihr habt vielleicht einer Seele jetzt nicht die Möglichkeit gegeben, durch euch zu inkarnieren, bestimmte Erfahrungen, die hätten kommen können, kommen nicht über dieses Kind und müssen euch auf eine andere Weise von außen zukommen. Vielleicht für das nächste Kind, vielleicht von außen auf eine andere Weise. Also, Yogis würden sagen, abtreiben sollte man nicht, aber es ist auch nicht eine Todsünde und sicherlich nicht gleichbedeutend, wie einen Menschen umzubringen, der geboren ist, wie ja in Amerika manche Fundamentalisten behaupten würden. Vom yogischen Standpunkt, gegen Empfängnisverhütung spricht nichts.

– Fortsetzung folgt –

Teil 72 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Reinkarnation und Fehlgeburt

Noch vielleicht etwas, was manche vielleicht interessiert, was passiert bei einer Fehlgeburt? Bei einer Fehlgeburt passiert einfach, die Seele ist im Moment der Empfängnis in den Mutterleib gekommen und sie wollte sich aber noch nicht voll inkarnieren. Vielleicht braucht die Seele ein paar Mal Aufenthalt im Mutterleib, so dass sie ein bisschen länger dieses wohlige Gefühl des Geborgenseins noch spürt, vielleicht hat sie in einem früheren Leben Urvertrauen nicht haben können und so will sie durch mehrere Mutterleiber gehen, um dieses Gefühl der Geborgenheit zu spüren. Also, wenn ihr eine Fehlgeburt habt, von diesem Standpunkt aus, dann könnt ihr sagen, ihr habt dieser einen Seele vielleicht nur drei oder fünf oder sechs Monate einen wertvollen Gefallen getan.

– Fortsetzung folgt –

Teil 71 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Reinkarnation da, wo unser Karma ist

Wir inkarnieren uns da, wo es für unser Karma gut ist. Man kann sagen, wir haben es uns ausgesucht, bei den Eltern und in den Umständen geboren zu werden, aber nicht bewusst, sondern, man kann sagen, überbewusst. Wir wurden dorthin angezogen, wo die Eltern sind und die Geschwister und all die Ereignisse sich manifestieren können, die hilfreich sind für unser Wachstum. Aber ihr könnt etwas tun, wenn ihr z.B. schwanger werden wollt oder wenn ihr schwanger seid. Denn, wenn ihr schwanger werden wollt, dann wollt ihr vielleicht auch ein Kind haben, das irgendwo auch euch besonders hilft in eurer spirituellen Entwicklung und so könnt ihr entsprechende Gebete auch sprechen und ihr könnt auch eine Seele bewusst willkommen heißen und ihr könnt bewusst sagen: „Ja, ich möchte Instrument sein, dass eine spirituelle Seele den optimalen und einen besonders guten Start auf diese Welt bekommt.“ br>

– Fortsetzung folgt –

Teil 69 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Das Wo und Wann der Reinkarnation ist nicht in unserer bewussten Kontrolle

Irgendwann inkarnieren wir uns. Jetzt, für den Moment der Inkarnation, kann ich euch keine Tipps geben, und zwar deshalb nicht, weil, wo wir uns inkarnieren, darüber haben wir jetzt die Kontrolle nicht mehr. Es heißt zwar, dass wir uns aussuchen, wo wir uns inkarnieren. Nur, dieses „Aussuchen“ darf man sich nicht wie einen bewussten Prozess vorstellen. Das ist jetzt nicht wie so irgendeine Internetplattform, wo dann alle möglichen Mütter und Väter dort sind und dann gibt man vielleicht seine Wünsche ein und dann werden die irgendwo zusammengetragen und zum Schluss bleibt dann nur noch einer übrig. So ähnlich jetzt gerade, unser Internetteam ist jetzt gerade dabei, unsere Seminarseiten zu bearbeiten, dass man künftig anklicken kann, ist man Anfänger, Mittelstufe, Fortgeschrittener, wo will man hin, welches Datum, welches Thema, und zum Schluss kriegt man dann ein Seminar vorgeschlagen. Und dann klickt man und dann inkarniert man sich in einem Yoga Seminar. So kann das klappen, aber es klappt eben nicht so mit der Reinkarnation.

– Fortsetzung folgt –

Teil 68 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Hilfe für erdgebundene Geister

Jetzt die Frage, was kann man tun, wenn ihr das Gefühl habt, dass jemand ein Preta ist. Sei es, dass jemand aus eurer Verwandtschaft immer noch da ist, sei es, dass ihr in irgendeinem Raum seid und da fühlt ihr, da seid ihr nicht allein, und so schön es ist, nicht allein zu sein, euch das vielleicht eher unheimlich vorkommt. Auch hier könnt ihr etwas machen. Angenommen, ihr wisst, da ist jemand in eurer Verwandtschaft durch einen Unfall umgekommen und ihr habt irgendwie das Gefühl, es kann sein, dass der noch nicht weitergekommen ist, dass der festsitzt und festhängt. Vielleicht habt ihr sogar das Gefühl, dass ihr dort irgendwo noch mit daran klebt und euch deshalb auch nicht lösen könnt, könnt ihr auch wieder etwas Ähnliches machen, wie wenn ein Mensch gerade gestorben ist. Foto nehmen, auf den Altar legen, Kerze anzünden, Räucherstäbchen anzünden und dann sagen: „Du, falls du hier in der Nähe bist, dann möchte ich dir nochmal folgendes sagen.“ Dann nochmal darüber sprechen. „Dann möchte ich dir sagen, dass es jetzt deine Aufgabe ist, in die höheren Ebenen zu gehen. Ich werde jetzt die nächsten drei Tage, eine Woche, maximal einen Monat, jeden Morgen und jeden Abend an dich denken. Ich werde ein Gebet für dich sprechen zu der und der Uhrzeit. Ich werde für dich das und das Mantra sprechen. Und nutze diese Zeit und lasse diese Schwingung auf dich wirken, so bekommst du Kraft und Prana. Und danach werde ich das nicht mehr machen und du wirst in der Zeit die Kraft bekommen, in höhere Ebenen zu gehen.“ Und wenn ihr das dann für diese Zeit macht, die ihr dort vielleicht fühlt, die angemessen ist, dann werdet ihr nachher spüren, irgendwo es hat sich gelöst. Vielleicht sogar, selbst wenn ihr euch vorgenommen habt, einen ganzen Monat dort das zu machen, merkt ihr vielleicht sogar am fünften oder sechsten Tag, ihr fühlt euch leicht, beschwingt, fröhlich, irgendwo eine große Last, die auf euch gelastet hat, ist plötzlich weg. Also, ich kenne auch so einige Eltern, die ihr Kind verloren haben, die das ausprobiert haben – also, zum Teil zehn, fünfzehn Jahre schon her gewesen ist – und die dann gemerkt haben, plötzlich kann das Leben wieder beginnen. Also, das könnt ihr machen. Wenn das jetzt nicht jemand Verwandtes ist in eurem Zimmer, ihr zieht irgendwo ein und spürt, da ist jemand, dann könnt ihr auch dort Mantra wiederholen, Lichtenergie schicken, wenn ihr das „Om Tryambakam“ nicht kennt, könnt ihr auch einfach „Om“ sagen, das könnt ihr in jedem Fall machen, und ihr könnt euch immer vorstellen, dass Licht in euch hineinströmt, Licht zu allen Wesen im Raum hinströmt. Und wenn ihr so Licht rausschickt, wird jeder, der eventuell im Raum da ist, die Lichtkraft bekommen. Und da die Preta nichts mehr haben als das Bedürfnis, aufzusteigen in die höheren Ebenen, kriegen die diese Lichtkraft und können dann auch aufsteigen.

– Fortsetzung folgt –

Teil 67 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Wann wird jemand nach dem Tod ein erdgebundener Geist?

Wenn jetzt aber die Seele eine starke Verhaftung hat an irgendetwas in der physischen Welt, dann wird sie dem Lichttunnel nicht folgen, sondern wird dann probieren, Kontakt aufzunehmen auf der physischen Ebene, was normalerweise nicht so einfach möglich ist. Und dann wird sie dort verharren, sie wird weiter alle möglichen Wünsche und Vorstellungen haben, sie kann sie aber nicht befriedigen, denn sie kann auf der physischen Ebene nichts verändern, ist aber auch nicht in der Astralebene, wo ja jede Vorstellung sich verwirklicht, die man hat. Und so gilt dies als eine sehr unschöne Ebene. Und manchmal können dann die Pretas auch Kontakt aufnehmen zu Menschen auf der physischen Ebene. Sei es, dass sie irgendwo, wenn jemand in so einem halbbewussten Zustand ist, dass sie sich bemerkbar macht, dass die Seele irgendwo spürbar ist, dass sie auch mal spricht, dass sie Gegenstände bewegt, das ist so wie das Poltergeistphänomen, sei es, dass sie sich durch Channel-Medien manifestiert, vielleicht vorgibt, jemand ganz anderes zu sein. Wer den Film gesehen hat „Ghost – Nachricht von Sam“, der kann dort eine Menge verdeutlicht finden, was dort gesagt wird über Pretas.

– Fortsetzung folgt –

Teil 66 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Pretas, erdgebundene Geister bzw. Gespenster

Dann gibt es den Fall von so genannten Pretas, erdgebundenen Geistern, früher oft auch als Gespenster bezeichnet. Erdgebundene Geister sind solche, die in der Bhur Loka verharren und den Übergang zu Bhuva Loka nicht so einfach hinkriegen. Die nennen sich dann Pretas. Es müssen zwei Dinge zusammenkommen, damit eine Seele auf dieser Bhur Loka bleibt und zum Preta wird. Das erste ist ein plötzlicher Tod und das zweite ist eine starke Verhaftung an etwas auf der physischen Ebene. Wenn man nämlich plötzlich stirbt, gerade in einem Unfall, dann kann es sein, dass vorübergehend die Seele auch das Bewusstsein verliert. So wie man auf einer physischen Ebene auch das Bewusstsein verlieren kann und dann in Ohnmacht fällt, kann auch die Seele im Unfall auch eine Weile das Bewusstsein verlieren und wacht dann auf, vielleicht sogar ein paar Kilometer weg vom Unfall, weiß nicht, dass sie gestorben ist, sieht die ganze Umgebung, weiß nicht, wie sie dort hingekommen ist, geht dann vielleicht irgendwo hin, versucht, mit jemandem zu sprechen, der sagt einem nichts, der erzählt einem nichts, der antwortet nicht. Und wenn man dann probiert, den anderen zu schütteln oder an die Hand zu nehmen, dann fasst man durch den anderen durch. Angenommen, die Seele hat jetzt keine große Verhaftung an die physische Ebene, dann wird sie trotzdem irgendwo verwirklichen oder erkennen, „ich bin gestorben und jetzt warte ich, was weiter passiert“ und dann kommt auch irgendwann der Lichttunnel und die Seele geht in die höhere Ebene ein.

– Fortsetzung folgt –

Teil 65 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Totenwache

Es gibt noch den Fall, dass jemand stirbt, ohne dass er vorher was wusste. Plötzlich werdet ihr benachrichtigt, jemand ist gestorben. Und auch hier kann man einiges machen. Was dort empfohlen wird, ist, ihr nehmt nochmal Kontakt auf mit der Seele. Ideal wäre es, wenn ihr in den Raum geht, wo die Leiche aufgebahrt ist. Früher wurde ja dort so eine Totenwache gehalten. Und nach Möglichkeit, dass ihr dann allein seid. Wenn das nicht möglich ist, könnt ihr das auch bei euch in eurem Meditationsraum, Meditationsecke machen. Ihr könnt dort das Bild aufstellen, wenn ihr eins habt von dem Verwandten oder Bekannten, ihr könnt dort eine Kerze anzünden, vielleicht Räucherstäbchen, und dann könnt ihr mit lauten Worten zu der Person sprechen, als ob sie im Raum ist. Es heißt, dass auf dieser Ebene es keine Grenzen gibt für Zeit und Raum, dass also die Seele kommen kann, wenn sie angerufen wird und irgendwo spürt, da ist spirituelle Kraft, dann wird sie auch dorthin gehen. Und so könnt ihr sagen: „Lieber, liebe Sowieso, wenn du mich hörst, will ich dir Folgendes sagen.“ Und dann könnt ihr genau das tun, was ihr tun würdet, wenn ihr wüsstet, dass derjenige in ein oder zwei Tagen sterben wird und bei klarem Bewusstsein ist. Da könnt ihr eben sagen: „Ich bin dir dankbar für die Kraft, die du in meinem Leben warst. Und das und das haben wir zusammen erlebt, das und das war schön und das und das war weniger schön. Das und das war vielleicht, wo ich dir mal eine Weike ärgerlich war, aber ich habe dir längst vergeben. Da habe ich vielleicht mich nicht richtig verhalten, da bitte ich dich noch um Vergebung. Lass das alles los.“ Und dann eben könnt ihr auch nochmal erzählen, was ihr vielleicht wisst über das Leben nach dem Tod. Also wirklich so sprechen, als ob die Person da wäre und dann anschließend eben auch sagen: „Jetzt wäre es deine Aufgabe, auf eine andere Ebene zu gehen. Und ich werde jetzt für dich ein Mantra singen oder ein Gebet sprechen“ – je nachdem, was ihr kennt – „und in der Zeit kannst du dich so ein bisschen darauf einstimmen und Lichtenergie empfangen. Und ich hoffe, es hilft dir auf deinem weiteren Weg.“ Und dann, ein Mantra, was man dort besonders singen kann, ist das „Om Tryambakam“-Mantra, was ja viele von euch kennen. Das kann man dreimal, neunmal, siebenundzwanzigmal, hundertachtmal wiederholen und damit dem Menschen viel Kraft geben. Und das könnt ihr einmal machen und dann natürlich zwischendurch auch noch meditieren, wenn ihr eben die Zeit dafür findet, auch nochmal „Om Tryambakam“, Licht schicken, und nochmal bei der Beerdigung oder was auch immer dort für ein Ritual ist, dort auch Kraft schenken und dann irgendwann loslassen. Also hier, die Yogis würden nicht das empfehlen, was in manchen anderen Kulturen gemacht wird, dass man ständig an den Verstorbenen denkt, denn dabei könnte man ihn oder sie noch ein bisschen festhalten. In den meisten Fällen ist es trotzdem unschädlich, die gehen trotzdem ihren Weg, aber normalerweise würde empfohlen werden, nach einer Weile sich zu lösen.
– Fortsetzung folgt –
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Teil 64 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Dienen und Karma Yoga – Lesung mp3

Lesung von Sukadev als Inspiration des Tages. Gelesen im Anschluss nach einer Meditation im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Hier klicken für weitere Infos zu: Seminare bei Yoga Vidya, Ayurveda, Yogalehrer Ausbildung.