Du kannst dich nicht gegen das Karma entscheiden, hast aber viele Freiheiten

Also, wir können uns nicht für etwas entscheiden, für das wir kein Karma haben, wir können uns also nicht wirklich falsch entscheiden, sofern wir aus bestem Wissen und Gewissen uns entscheiden. Wenn wir also versuchen, das Beste für andere zu machen, das Beste letztlich für uns zu machen – nicht das Beste im Sinne, wie wir am meisten für uns rausschlagen können, aber für unsere spirituelle Entwicklung und zum Wohl anderer. Wenn wir vielleicht sogar sagen: „Was ich tue, möge dem Wohl anderer dienen, möge helfen, dass die göttliche Lichtkraft mehr auf die Erde kommt. Dafür sei mein Leben gewidmet und jede Entscheidung, die ich habe, will ich vor diesem Hintergrund treffen.“ Wenn das unser Motiv ist und das Grundmotiv, dann können wir uns nicht falsch entscheiden. Und selbst wenn wir uns mal entscheiden und anschließend kommt Misserfolg, heißt das noch lange nicht, dass wir uns falsch entschieden haben. Die Richtigkeit einer Entscheidung wird nicht bestimmt durch Erfolg oder Misserfolg.

– Fortsetzung folgt –

Teil 78 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Karma, freier Wille oder Vorherbestimmtheit

Das ist ja auch oft die Frage, freier Wille oder Determiniertheit? Also, einen gewissen freien Willen haben wir. Ihr hättet euch z.B. entscheiden können, heute nicht hierher zu kommen. Vielleicht der ein oder andere hat einfach, so wie er das Programm gelesen hat, gewusst, „da muss ich hin“. Irgendwo habt ihr gar nicht wirklich eine – mindestens keine bewusste – Freiheit gehabt, irgendwo wusstet ihr, „das ist jetzt dran, da muss ich hin“. Aber einige haben vielleicht so ein bisschen überlegt: „Was könnte ich an Allerheiligen noch machen?“ Und vielleicht habt ihr dann überlegt. Man kann sich nicht für irgendwas entscheiden, für das es kein Karma gibt. Also angenommen, vielleicht der ein oder andere hatte sich angemeldet und ist jetzt nicht gekommen. Die hatten sich also entschieden, hierher zu kommen, und im letzten Moment sagt der Partner: „Wenn du heute Nachmittag auch noch ins Yogazentrum gehst…“ Und dann wusste die betreffende Person, eine wirkliche Freiheit hat sie jetzt nicht oder das Verhalten wird irgendwelche anderen Konsequenzen haben, die nicht unbedingt erwünscht sind. Oder Auto hat einen Platten gehabt oder sonst etwas. Oder umgekehrt, ich weiß nicht, ob vielleicht jemand sich eigentlich für etwas anderes entschieden hat und im letzten Moment wurde die Verabredung abgesagt und dann, „was mache ich denn jetzt?“ Und dann ist euch noch irgendwie eingefallen, „ah, es gibt ja noch diesen Vortrag über Karma und Reinkarnation“.

– Fortsetzung folgt –

Teil 77 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Zum Karma gehört jede menschliche Erfahrung

Es heißt auch, dass man, bevor man irgendwann die höchste Verwirklichung erreicht, jede menschliche Erfahrung schon mal gemacht haben muss oder mindestens erlebt haben muss. Und dazu gehören alle möglichen schönen Erfahrungen, Triumphe und euphorische Erfahrungen, Verratserfahrungen, Verlusterfahrung, Ärgererfahrung, Trauererfahrung, Niedergeschlagenheitserfahrung. Also, all die gehören dazu. Geduldserfahrungen, Durchsetzungserfahrungen, Nachgebenerfahrungen usw. Alle möglichen. Wir wissen natürlich nicht, wie viel wir schon hinter uns haben, und wir wissen auch nicht, was noch vor uns ist, aber wir wissen, was jetzt gerade ansteht. Dummerweise wissen wir aber nicht, was das Lernziel ist. Das unterscheidet jetzt die karmische Lernerfahrung, karmische Schule, von modernem pädagogischen Unterricht. Wir können es aber wie Erstklässler erfahren. Ich glaube, die Erstklässler wissen auch nicht, wozu es gut sein soll, Einmaleins zu lernen, nur die Erstklässler haben ein natürliches Bedürfnis, zu lernen. Ich glaube, die meisten Erstklässler gehen gerne auf die Schule. Stimmt das? Also irgendwo, ich glaube, mit sechs, sieben ist das Lernbedürfnis mit am größten. Aber sie wissen nicht genau, warum sie das lernen. Irgendwo, sie wollen es einfach lernen. Irgendwann aber, mindestens ab dem zehnten, elften Lebensjahr, ist guter pädagogischer Unterricht so, dass der Lehrer vorher sagt: „Das ist das Lernziel, deshalb ist es gut, das zu lernen. Das und das werdet ihr dafür machen und am Ende werdet ihr das und das wissen.“ So ist aber das Karma nicht. Karma lehrt uns eher wie Erstklässler. Wir wissen nicht, was die Lektion ist. Also, z.B. angenommen, es geht was schief. Was ist die Lektion? Die Lektion kann sein, dass man mal lernt, Trauer zu empfinden. Die Lektion kann sein, dass man nicht gleich aufgibt, wenn was schief geht, sondern sich vermehrt anstrengt. Die Lektion kann sein, dass man auch mal ein Herzensprojekt auch mal fallen lässt. Die Lernlektion kann sein, dass man lernt, um Hilfe zu bitten, denn allein hat man es nicht gepackt, aber man kann ja jemand anderes fragen. Also, wir wissen nicht genau, was die Lernlektion ist, sondern die Lernlektion präsentiert sich vor uns. Dann hatte ich gesagt, einige der Lektionen kommen auf uns zu, einfach, weil sie notwendig sind, damit wir irgendwann die Selbstverwirklichung erreichen. Andere schaffen wir selbst. Das ist so, wie wenn man sich im Unterricht nicht richtig verhält – ich weiß nicht, ob das heute noch so ist, zu unserer Zeit war es so – dann musste man Strafarbeiten machen. So ähnlich kann es sein, dass wir durch unser Verhalten auch zusätzliche Lektionen schaffen. Also angenommen, man schadet bewusst einem anderen Menschen nur um eigenen Vorteil willen oder noch schlimmer, einfach um einen anderen zu schaden, dann schafft man sich damit eine zusätzliche Lektion und das wird sich irgendwann manifestieren als negatives Karma. Also das, was wir einem anderen zugefügt haben, wird uns irgendwie selbst zugefügt, dass wir erfahren, wie es ist, wenn so etwas passiert. Natürlich in der Hoffnung, dass man es nicht nochmals macht. Desweiteren gilt auch ähnlich wie bei der Schule, manche Fächer kann man abwählen und andere nicht, und manche Lektionen kommen, ohne dass man was daran ändern kann.

– Fortsetzung folgt –

Teil 76 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Schule als Analogie von Karma und Leben

Nehmen wir als Beispiel eine Schule. Ich sagte, Leben ist eine Schule. Angenommen, ihr geht auf eine Grundschule und dort stellt ihr fest, dass die Kinder… Gut, ihr habt es alle gemacht. Aber angenommen, ihr kämt jetzt von einem anderen Planeten und kämt auf eine Grundschule und stellt dort fest, die Kinder lernen dort das kleine Einmaleins und manche mögen das nicht so. Jetzt Frage: Was haben die Kinder falsch gemacht, damit sie das kleine Einmaleins lernen müssen und sie so viel Leid damit haben? Was haben sie falsch gemacht? Sie haben nichts falsch gemacht. Es gehört einfach dazu, im Moment der Inkarnation und in diesem Teil der Erde, wenn man sechs oder sieben ist, dann lernt man das kleine Einmaleins. Und so sind eine Menge von Lektionen, die auf uns zukommen, nicht deshalb, weil wir irgendwas falsch gemacht haben, sondern weil diese einfach dazugehören zum menschlichen Wachstum.

– Fortsetzung folgt –

Teil 75 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Lernziel des Karma: Selbstverwirklichung

Das Lernziel ist die Selbstverwirklichung. Um dort hinzukommen, bekommen wir die verschiedenen Lektionen. Manche Lektionen bekommen wir, auch ohne, dass wir irgendetwas dafür tun müssen. Andere Lektionen bekommen wir noch zusätzlich als Resultate unserer Handlungen. Wenn wir eine Lektion nicht gelernt haben, dann kommt sie wieder auf uns zu. Und wir kriegen die Lektion so lange wieder, bis wir sie irgendwann gelernt haben. Wir haben eine gewisse Freiheit, bis zu einem gewissen Grad können wir wählen, welche Lektionen wir jetzt gerade lernen wollen. Bis zu einem gewissen Grad. Manche Lektionen drängen sich aber auf und daran können wir nichts ändern.

– Fortsetzung folgt –

Teil 74 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Karma, das Leben als Schule

Und damit sind wir bei dem zweiten Hauptthema und jetzt könnten wir weitere zweieinhalb Stunden sprechen, ich werde es aber kürzer machen. Wenn es euch sehr interessiert, könnt ihr ja eine Yogalehrer ausbildung mitmachen oder zu einem Wochenende nach Bad Meinberg oder Westerwald kommen.
Karma. Karma ist das Gesetz von Ursache und Wirkung. Das Gesetz des Karma bestimmt, welche Erfahrungen wir machen und das Gesetz des Karma bestimmt, welche Wirkungen unsere Handlungen haben. Das Gesetz des Karmas kann uns auch erklären und verdeutlichen, wie wir letztlich wachsen. Karma ist ein vielschichtiger Begriff und Karma hat die verschiedensten Ebenen. Das Gesetz des Karma, kann man vielleicht am praktischten – wenn ich jetzt nur noch eine Viertelstunde habe – sagen, Gesetz des Karmas besagt, die Welt ist eine Schule.

– Fortsetzung folgt –

Teil 73 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Abtreibung und Karma

Dann eine andere Frage, die manchmal ist, ist die Frage der Abtreibung. Was sagen Yogis dazu? Also, die Seele inkarniert sich in einem ersten Schritt im Moment der Empfängnis. Die Vollinkarnation ist der Moment der Geburt. Weshalb Yogis normalerweise sagen, man sollte nicht abtreiben. Allerdings, wer abgetrieben hat, ist jetzt nicht so, dass ihr einen bleibenden Schaden dort gemacht habt oder dass ihr verhindert habt, dass eine Seele sich inkarniert. Wenn die Seele sich nicht durch euch inkarniert, dann sucht sie sich einen anderen Mutterleib und inkarniert sich durch jemand anderes. Also, ihr habt dort keinen bleibenden Schaden zugefügt. Ihr habt vielleicht einer Seele jetzt nicht die Möglichkeit gegeben, durch euch zu inkarnieren, bestimmte Erfahrungen, die hätten kommen können, kommen nicht über dieses Kind und müssen euch auf eine andere Weise von außen zukommen. Vielleicht für das nächste Kind, vielleicht von außen auf eine andere Weise. Also, Yogis würden sagen, abtreiben sollte man nicht, aber es ist auch nicht eine Todsünde und sicherlich nicht gleichbedeutend, wie einen Menschen umzubringen, der geboren ist, wie ja in Amerika manche Fundamentalisten behaupten würden. Vom yogischen Standpunkt, gegen Empfängnisverhütung spricht nichts.

– Fortsetzung folgt –

Teil 72 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Reinkarnation und Fehlgeburt

Noch vielleicht etwas, was manche vielleicht interessiert, was passiert bei einer Fehlgeburt? Bei einer Fehlgeburt passiert einfach, die Seele ist im Moment der Empfängnis in den Mutterleib gekommen und sie wollte sich aber noch nicht voll inkarnieren. Vielleicht braucht die Seele ein paar Mal Aufenthalt im Mutterleib, so dass sie ein bisschen länger dieses wohlige Gefühl des Geborgenseins noch spürt, vielleicht hat sie in einem früheren Leben Urvertrauen nicht haben können und so will sie durch mehrere Mutterleiber gehen, um dieses Gefühl der Geborgenheit zu spüren. Also, wenn ihr eine Fehlgeburt habt, von diesem Standpunkt aus, dann könnt ihr sagen, ihr habt dieser einen Seele vielleicht nur drei oder fünf oder sechs Monate einen wertvollen Gefallen getan.

– Fortsetzung folgt –

Teil 71 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Reinkarnation, Schwangerschaft und vorgeburtliche Erziehung

Und wenn ihr dann schwanger seid oder eure Frau oder Lebensgefährtin schwanger ist, dann könnt ihr auch einiges tun. Und jenseits von allem Medizinischen und sonstigen, könnt ihr viel meditieren, ihr könnt probieren, häufig in den Satsang zu gehen oder in einen Yoga Ashram zu gehen, ihr könnt Mantramusik hören, ihr könnt Licht hinschicken, denn alles, was ihr in diesen neun Monaten gebt, das kann das Prana, die Lebensenergie, des Babys besonders gut beeinflussen. Und über Erziehung erzähle ich euch jetzt hier wenig oder nichts, das wäre ein weites anderes Thema.

– Fortsetzung folgt –

Teil 70 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.

Reinkarnation da, wo unser Karma ist

Wir inkarnieren uns da, wo es für unser Karma gut ist. Man kann sagen, wir haben es uns ausgesucht, bei den Eltern und in den Umständen geboren zu werden, aber nicht bewusst, sondern, man kann sagen, überbewusst. Wir wurden dorthin angezogen, wo die Eltern sind und die Geschwister und all die Ereignisse sich manifestieren können, die hilfreich sind für unser Wachstum. Aber ihr könnt etwas tun, wenn ihr z.B. schwanger werden wollt oder wenn ihr schwanger seid. Denn, wenn ihr schwanger werden wollt, dann wollt ihr vielleicht auch ein Kind haben, das irgendwo auch euch besonders hilft in eurer spirituellen Entwicklung und so könnt ihr entsprechende Gebete auch sprechen und ihr könnt auch eine Seele bewusst willkommen heißen und ihr könnt bewusst sagen: „Ja, ich möchte Instrument sein, dass eine spirituelle Seele den optimalen und einen besonders guten Start auf diese Welt bekommt.“ br>

– Fortsetzung folgt –

Teil 69 der Niederschrift aus einem Workshop mit Sukadev zum Thema „Reinkarnation und Karma“ in der Yogaschule Yoga Vidya Speyer.